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dirkbeckmann Kommunikation (Teil 2 aus dem Buch “Interface Business”)

Wie gross die Bedeutung von Kommunikation ist, wissen die Menschen schon seit tausenden von Jahren. Über die Jahrhunderte haben sich die Sprachen angenähert und durch Übersetzungen und Standardisierungen (Grammatik, Duden) konnte etwas entstehen, das den Austausch fördert und unterstützt - ein Werkzeug für jedermann. Wohlstand konnte sich entwickeln, weil man miteinander reden und damit auch Handeln konnte. Heute ist Englisch die Lingua France der Welt und fast jeder kann auf diesen Standard zurück greifen - in einem Taxi in New York genauso wie in am Fuße des Himalaja.
Seit der Erfindung der elektronischen Datenverarbeitung hat sich zu dem babylonischen Wirrwarr an gesprochenen Worten eine Vielzahl von Systemen und Formaten gesellt. Niemand hatte jemals einen Masterplan für die strategische Entwicklung der heute so bedeutenden Informationstechnologien. Daher konnte sich allerlei autonom und ohne das Wissen voneinander entwickeln. Die Systeme konnten zunächst kaum miteinander kommunizieren. Doch zahlreiche Standardisierungsgremien haben nicht geschafft, was die Lingua France der Informationsgesellschaft, das Internet, schaffen konnte: eine dynamische Basis, die es jedem ermöglicht miteinander Daten auszutauschen. War am Anfang der Internetrevolution noch der technische Zugang das beherrschende Thema, also die Möglichkeit sich mit dem Internet zu verbinden, so geht es heute um echten Austausch von Informationen.

Vor kurzem hat jemand aus der Old-Economy gefragt, was eigentlich das bedeutendste an der Internetrevolution sei. Die Medien schäumen über vor Begeisterung, ganz wie vor ein paar Jahren, als sich die halbe Welt verspekuliert hat mit den Technologieaktien?
Sofort schießen einem dann die ganzen neuen Buzzwords durch den Kopf: Web 2.0, Read/Write Web, Software als Service, Blogs, Myspace, das wiedererstarkte Yahoo und natürlich Google. “Das Web sind wir” ist zu einfach als Antwort. Und das Jugendliche nicht mehr fernsehen, sondern im Internet surfen, ist nicht relevant für jemanden, der Zahnräder und andere technische Geräte herstellt und sie verkaufen will. Das Internet ist nicht selbst die Revolution, sondern die Standards, die es schafft. Standards, die einen einfachen Austausch ermöglichen, die wie die das weltweit gesprochene Englisch den weltweiten Handel erst ermöglicht.
Standards in Form von Formaten und Schnittstellen ermöglichen schon heute Geschäftsmodelle, die einiges altbekannte auf den Kopf stellen. Es ist nicht einfach nur eine Optimierung vorhandener Systeme. Eine Standardschnittstelle als Service im Internet verfügbar gemacht, kann von allen Markteilnehmern genutzt werden, um Geschäfte abzuwickeln. Die Basis für den elektronischen Handel wurden in der ersten Phase gebaut. Dicke Leitungen durch den Atlantik, “Access ist King” hieß es. Und die Investitionen haben sich gelohnt: heute kann die entwickelte Welt fast überall auf den Highway aufspringen und mitfahren.
Jeder kann heute seine Daten über Standardschnittstellen in zentrale Plattformen per XML einstellen. Diese Knotenpunkte schaffen Austausch und Gelegenheiten für Unternehmen, um Geschäfte zu machen. Jede Firma kann entweder Interface-Services nutzen oder anbieten. In den meisten Fällen, wird es beides sein. Die Standardisierung reißt riesige Barrieren ein, die Jahrzehnte lang bestanden. An zentralen Stellen entstehen Plattformen, die diesen Vorgang vereinfachen und gerade für die Fortune 5.000.000 (wie 37signals die kleinen und mittleren Unternehmen nennt) den Zugriff ermöglichen. Dabei ist es nicht nur ein Wortwitz, den Jason Fried und seine Truppe aus Chicago hier prägen. Kleinere Firmen zählen zu den großen Gewinnern dieser Entwicklung, denn nie war es einfacherer für einen neuseeländischen Architekten südtiroler Holzprodukte in Bauvorhaben zu verwenden und damit einen echten Wettbewerbsvorteil zu erlangen. Dabei muss er nicht auf eine optimale Wertschöpfungskette verzichten, auf ein On-Demand Business, wie es IBM nennt, denn er kann sich technisch mit seinem Partner aus Tirol verbinden, er kann seine Gewerkplanung mit dem Produktionsplanungssystem des tiroler Holzhändlers verknüpfen und so effizient anbieten. Auf einem solchen Weg erfährt auch der Bauplaner von Innovationen des Holzhändlers aus Tirol.
Die Corporate-Welt verändert sich zu einem Interface Business. Man kann das Ganze - im Stile der neuen Buzzwords - auch buy/sell-Web nennen - denn das ist es worum es bei Unternehmen geht.
Doch nicht nur der externe Austausch ist von Bedeutung: auch innerhalb von Firmen und deren IT-Strukturen bieten die Standards die neue Möglichkeit Prozesse zu optimieren und das zu erschwinglichen Kosten. Für die Realisation eines guten Prozesses in einem Unternehmen braucht es heute keine riesigen IT-Konzerne, sondern Erfahrungen mit den Internetstandards und Kreativität. Unternehmen werden in den nächsten Jahren zwar aus Sicherheitserwägungen zwischen dem Innen und Außen unterscheiden, aber auch sehen, dass sich diese Unterteilung auflösen wird und es von Bedeutung ist, sich zu teilweise zu öffnen.
Schon heute gibt es Möglichkeiten, die eigenen Systeme an zentrale Schnittstellen anzuschließen. Es gibt Standardaustauschformate für Produktinformationen, für journalistische Inhalte, für Warenwirtschaftssysteme und so weiter. Die große Veränderung findet dadurch statt, dass die Web-Weltöffentlichkeit Formate und Plattformen einfach nutzt. So haben sich Blogs, Powerseller bei eBay und viele andere Geschäfte entwickelt. Der Drang zu Kommunizieren und zu Handeln sucht sich seinen Weg, aus dem dann die Best-Practise-Standards entstehen. Ist eine Schnittstelle oder ein Format nicht nützlich wird es sich nicht durchsetzen. Funktioniert es aber, entwickelt es sich sehr schnell weltweit.
Es steht eine Zeit bevor in der es von größter Bedeutung ist, innerhalb von Firmen für einen Fluss der Daten zu sorgen, damit man die Möglichkeiten, die sich bieten nicht verpasst. Firmen, die erst in ein paar Jahren beginnen ein Interface Business zu leben, werden es schwer haben, diesen Rückstand auf zu holen.
Kommunikation funktioniert auch in der elektronischen Welt nach den bekannten Regeln: Es gibt einen Inhalt und eine Bedeutung. Waren am Anfang vor allem die Daten im Internet, die mehr oder weniger ohne Bedeutung auf Servern abrufbar waren, so können heute und in Zukunft durch Schnittstellen die Daten zu Informationen werden, weil sie einen Kontext bekommen.

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Hallo Chefschreiber! Vielleicht lernst du noch erst ein wenig Rechtschreibung und frischt deine Allgemeinbildung auf, bevor du dich an ein Buch wagst. Es heißt nämlich z.B. lingua franca und loyality...

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